Stehsatz

Mediadesign Hochschule München
Visualisierung (1. Semester): Laura Di Vita

Die Grundlage der Visualisierung des Lebenszyklus’ bildet eine Holzplatte, zu gleichen Teilen weiß und schwarz bemalt – in Anlehnung an das chinesische Yin-Yang-Symbol, das bekanntermaßen zwei gegesätzliche, aber doch aufeinander bezogene, voneinander abhängige Kräfte oder Prinzipien symbolisiert, in diesem Fall Leben und Tod.

Auf der Holzplatte finden sich Nägel in Kreisform angeordnet, an denen wiederum zahlreiche farbige Fäden gespannt wurden. Die Farben der Kreissegmente sind den sechs Lebensphasen eines Menschen zugeordnet: Geburt weiß-rosa, Kleinkindalter gelb-orange, Adoleszenz hellrot-dunkelrot, Erwachsenenalter hellgrün-dunkelgrün, Greisenalter hellblau-dunkelblau, und das Lebensende braun-schwarz.

In der Mitte, dem Zentrum, zu dem alle Fäden laufen, das alle Fäden hält, ist die (Welt-) Achse hervorgehoben, um den sich der Kreislauf des Werdens und des Vergehens dreht, gewissermaßen der Baum(stamm) des Lebens.

Fotos: Laura Di Vita
Editorial Design (3.Semester): Katharina Hengster, Victoria Eckl
ancora – ein Yachting Magazin

Die typischen Magazine rund um das Thema »Yachting« sind nicht selten geprägt durch viele Bilder mit überflüssigen Informationen auf engstem Raum, mit zum Teil überladenen Covern und minderwertiger Papierqualität.

Die Intention hinter unserem Projekt war es, ein sich an hohen qualitativen Maßstäben orientierendes Magazin über »Yachting« und den damit verbundenen »Lifestyle« zu entwickeln – einschließlich eines anspruchsvollen Designs. Ein Periodikum, das heutige Anforderungen erfüllt, das die Boote und deren Flair respektiert, dem Lebensstil der Zielgruppe gerecht wird und das Designmaß im Auge behält. Das Magazin umfasst im Ganzen drei Rubriken: »Yachting«, »Yachting Plus« und »Lifestyle«.

Die Magazine besitzen durch das jährlich übergreifende Thema die optimale Voraussetzung für einen Sammelband. Hier setzten wir auf ein einheitliches, reduziertes Design, das mit kleinen Details eine elegante aber auch strukturierte Aufmachung bekommt. Zusätzlich findet man das Logo der »ancora« sowohl auf dem Rücken – mittig – als auch eine Prägung des Ankers auf der Vorderseite. Der Umschlag ist grundsätzlich zurückhaltend bedruckt; er besteht aus sorgsam ausgesuchtem Material, das entweder von Ausgabe zu Ausgabe oder von Jahr zu Jahr variiert. Eine Banderole ist unser eigentliches Cover – man findet lediglich ein den Inhalt der Ausgabe repräsentierendes Bild auf dem Cover.

Fotos: Katharina Hengster. Das Magazin entstand im Kurs Editorial Design bei Martin Fräulin

Typografie (2. Semester): Sarah Janson

Aufgabenstellung war es, zwanzig Thesen zur Typografie — von namhaften Größen des Faches wie Kurt Schwitters, Günter Gerhard Lange, Kurt Weidemann, Emil Ruder und anderen — mit eben diesen typografischen Mitteln umzusetzen. So entstanden 100 rein typografische Gestaltungen, die dem Prinzip der systematischen Variation folgen und dabei den Gedanken des jeweiligen Zitates aufgreifen, illustrieren, untermauern oder auch konterkarieren.

Die Entwürfe arbeiten vor allem mit Überlagerung, extremer Vergrößerung oder auch mit einem »Hinausdenken über den Formatrand«, bei dem der Betrachter, die Betrachterin die erkannte Type gewissermaßen extrapoliert. Aber auch die Wirkung von Gegenräumen und das Spiel mit Illustrationen rufen Spannung hervor.

Hierbei wurden ausschließlich serifenlose Schriften gewählt, um den Fokus auf modernere Schriftarten und Leseerfahrungen zu richten, wie zum Beispiel die geometrische Mr. Eaves.

Bachelorarbeit: Johanna Klotz
nidus – Das individuelle Kindernest

Der Markt für Kinderbetreuung wächst: bundesweit sind immer mehr Eltern auf eine Fremdbetreuung ihrer Kinder vom Säuglingsalter bis zum Schuleintritt angewiesen. Laut Experten werden in Deutschland bis 2025 weitere 600.000 Betreuungsplätze für Kleinkinder und Kinder bis zum Schuleintritt benötigt. Doch nicht nur die Anzahl der Betreuungsplätze muss in den kommenden Jahren signifikant erhöht werden, auch die angebotenen Betreuungszeiten müssen dem sich verändernden Bedarf der modernen Welt angepasst werden. Mein Konzept setzt genau an dieser Stelle an: »nidus« ist eine moderne Kindertagesstätte, die es schafft sich an die agile Arbeitswelt anzupassen. Neben einer hingebungsvollen und sicheren Betreuung der Kinder, bietet die Einrichtung Betreuungszeiten, die sich individuell und flexibel nach dem zeitlichen Bedarf berufstätiger Eltern richten. Die Erarbeitung des Konzeptes sowie eines modernen und passenden Erscheinungsbildes war Ziel der Arbeit.

Die Arbeit ist inhaltlich in drei Teile geteilt und besteht aus einzelnen Broschüren: einem Konzept für Investoren, einer Informationsbroschüre für Eltern und einem Style Guide für das Corporate Design. Die Konzept-Broschüre leitet das Thema ein, indem es sich hauptsächlich mit der Analyse der aktuellen Betreuungssituation, ihren Herausforderungen, sowie der Ausarbeitung eines Gesamtkonzeptes befasst. Die Informationsbroschüre gibt Eltern einen inhaltlichen und bildhaften Einblick in die Einrichtung selbst: das pädagogische Konzept, den Tagesablauf, die Räumlichkeiten und schließlich in die Preispolitik und Platzvergabe. Der Style Guide und dritte Teil erläutert die Gestaltung des Erscheinungsbildes der Einrichtung: von der Entwicklung der Einzelzeichen bis hin zu unterschiedlichen finalen Anwendungen in Printund Web.

nidus Baukasten

Für angemeldete Kinder und deren Eltern ist eine Willkommensbox vorgesehen. Die Box besteht aus einer Informationsbroschüre sowie einem Baukasten für Kinder. Der Baukasten besteht aus 16 Holzwürfeln. Die Würfelseiten sind mit farbigen Formen bedruckt, welche Teile des Markenzeichens der Kindertagesstätte darstellen. Dieses modulare System ermöglicht es, dass sich aus der Kombination der verschiedenen Seiten unterschiedliche Tiere, Formen und Muster legen oder stapeln lassen. Die Intention war es, ein einfaches und gleichzeitig nachhaltiges Spielzeug zu erschaffen, das die Kreativität der Kinder fördert.

Bachelorarbeit: Katharina Krojer
remember – Eine App für Demenzkranke und ihre Angehörigen.

Mehr als 300.000 Menschen erkranken jedes Jahr an Demenz. Man geht davon aus, dass bis zum Jahr 2050 die Zahlen auf drei Millionen steigt.* Da ich aus meiner eigenen Familie kenne, was »Demenz« tatsächlich bedeutet, möchte ich Menschen, die an Demenz erkranken  und ihren Angehörigen, eine Art Werkzeug geben, das ihnen hilft, all die Schwierigkeiten besser zu überwinden.

Die Arbeit ist inhaltlich  in drei Teile geteilt: Recherche & Analyse, Corporate Design und schließlich das App Design. Daraus sind drei einzelne Bücher entstanden. Recherche & Analyse geht zunächst auf die wissenschaftlichen Fakten zum Thema Demenz ein, um das Thema begreifbarer und verständlicher werden zu lassen. Der zweite Teil der Arbeit Corporate Design beschäftigt sich mit der Gestaltung aller wichtigen Bestandteile – von Typografie bis hin zu den Anwendungen. Der dritte Teil App Design befasst sich mit der App an sich und zeigt die Applikation in ihrer Ganzheit. Das Ziel der Arbeit war es, ein klar reduziertes, kompaktes Interface und ein freundliches Corporate Design zu entwickeln, welches alle Beteiligten sicher durch verschiedenartige Situationen führt und somit eine Entlastung im Alltag sein kann.

Fotos: Katharina Krojer; * www.deutsche-alzheimer.de, 2018
 Bachelorarbeit: Birte Schultze
»Extrem – experimentelle Serien zur Darstellung von Hochsensibilität«

Etwa 15 – 20 Prozent der Menschen zählen zu einer Personengruppe, die als hochsensibel bezeichnet werden. Diese zeichnen sich durch einen durchlässigeren Reizfilter sowie durch eine Vielzahl bestimmter (Charakter)Merkmale aus. Neben Vorteilen wie einem Gespür für Mitmenschen entstehen durch die ungefilterte Reizaufnahme und tiefgehendere Verarbeitung auch Nachteile wie ein ständiges Überfordert- und Überreizt sein. In unserer eher unsensiblen Gesellschaft werden diese Menschen oft als »Sensibelchen« o. ä. deklariert.

Um ein Verständnis von Normalsensiblen gegenüber Hochsensiblen zu schaffen und ein Nachvollziehen dieser besonderen Wahrnehmungsart zu ermöglichen, versucht die Arbeit mit experimentellen, typografischen Serien als Aufzeichnungen einer hochsensiblen Innensicht Emotionen in beschriebenen Situationskontexten zu visualisieren. Untermauert werden die Visualisierungen durch theoretische Texte, die neben einem aktuell gültigen Forschungsstand auch allgemeine sowie persönliche Erfahrungen zum Themengebiet wiedergeben. Die Gesamtgestaltung des Buches visualisiert zudem die Hochsensibilität auf der Metaebene sowohl durch die Wahl der verschiedenen Papiere als auch durch die Gestaltung der Texte, der Strukturierung des Buches sowie die Fülle an Darstellungen von Emotionen.

Typografie (2. Semester): William Kirchinger, Eva-Maria Oberauer, Niklas Oberndorfer
Die Interpretation des Schriftklassikers Bodoni der Firma Bauer findet seit jeher immer wieder Zuspruch, auch bei jungen Designern.

Mit ihrer Analyse dieser Schrift in Buchform haben William Kirchinger, Eva-Maria Oberauer und Niklas Oberndorfer eine bemerkenswerte Arbeit geschaffen. In sorgsamer Detailarbeit haben die Studenten eine elegantes Signet für die Schrift entworfen, das auf dem chamois-farbenen Schuber in Heißfolienprägung aufgebracht ist. Der vornehm wirkende Schuber, der selbst schon Bodonis Gefühl für Verhältnismäßigkeiten und seine Präzision widerspiegelt, nähert sich den Proportionsverhältnissen des goldenen Schnittes an. Das Buch jongliert mit klassischen und modernen Elementen, die Seiten etwa arbeiten im Wechselspiel mit Transparentseiten.

Fotos: Sybille Schmitz
Designentwicklung für die Werkschau 2020: Julia Floth, Studiengang Media Design

Das Plakat der diesjährigen Werkschau fällt dem gedankenversunken Blickenden durch seine extravaganten Farben und klaren Flächen ins Auge, den aufmerksam gewordenen Betrachter schließlich ziehen die abstrakten, wie Industrieschablonen wirkende Buchstaben und Zahlen in den Bann. Die Zeichen (sie ergeben den Begriff »Werkschau«) scheinen auf geometrische Formen reduziert, sie sind schräggestellt, die Ziffern (die Zahl 20 ergebend) sind zudem übergroß im Verhältnis. Die Dekodierung der Aussage des Plakates erfordert durchaus eine gewisse Konzentration, die in spannendem Kontrast zur optischen, farblichen Zugänglichkeit und Klarheit steht.

Die Farbkombinationen der Plakatvarianten sind konsequent, einerseits expressiv in ihrer Gegensätzlichkeit (blau und orange etwa), andererseits harmonierend (dunkel- & hellblau). Auch hier findet sich erneut die elektrisierende Kombination aus gefälliger Zugänglichkeit und Aufmerksamkeit weckender Irritation.

Die Ziffern, die die Zahl 20 ergeben, entsprangen ursprünglich einem gefalteten, dreidimensionalen Papiermodell, das gewissermassen einer Dimension beraubt wurde.

Typografie (2. Semester): Ken Jatho
20 Thesen der Typografie

»Die kleinste technische Manipulation wird in der Typografie zur formalen Aussage.« Das bekannte Zitat stammt von Emil Ruder aus dem Jahre 1967. Dies mag heute, mit all den technischen Möglichkeiten und der daraus resultierenden Fülle an Schriften mehr denn je gelten.

Ken Jatho hat dieses Zitat und 19 weitere von renommierten Typografen wie Kurt Weidemann, Günter Gerhard Lange, Hans Peter Willberg u.a. in Szene gesetzt, er hat dabei Satzarten- und strukturen manipuliert, Schriften arrangiert, übereinandergesetzt – kurz: er hat freudvoll experimentiert. Funktion, Ausdruck und Form finden sich hier im Miteinander und im Gegeneinander. Entstanden ist dabei eine Broschüre mit 100 Gestaltungen.

Fotos: Sybille Schmitz
Editorial Design (4. Semester): Anica Friedrich

Der Lineart-Trend erobert die Welt des Grafikdesigns – Strich für Strich. Der Strich ist eines der Grundelemente des Designs und wohl das Wichtigste. Doch was ist Lineart genau? Das Magazin »The Line« widmet sich schon im Titel diesem zeichnerischen Ur-Element, es richtet sich an Designer, Gestalter, Illustratoren und Maler – oder einfacher formuliert an alle, die Freude am Gestalten und Zeichnen haben. Das Heft präsentiert in jeder Ausgabe verschiedene Lineart-Künstler, deren Einstellung zu Linien in Kunst und Gestaltung, Anwendungsmöglichkeiten und unterschiedliche Stilrichtungen. Dabei wird jedes der Themen mit konkreten Beispielen und Werken der Künstler anschaulich illustriert. Als Besonderheit soll im letzten Kapitel einer jeden Ausgabe ein Tutorial für die Erstellung einer Lineart-Illustration erscheinen.

»The Line« soll dem Leser, der Leserin die äußerst vielfältigen Möglichkeiten der Gestaltung mit Linien schmackhaft machen, es soll inspirieren und Ideen für die Arbeit mit Linien evozieren, denen eines gewiss ist: ein ganz eigener Charme.

Fotos: Tim Kubitz